ZZ # Lebkuchensuppe

Holdesser Leckuchesopp (Lebkuchensuppe)
Traditioneller Silvesterpunch

Man nehme:

1 Liter mindestens 1 Jahr alter Kornschnaps
½ Liter Wasser
¾ Pfund brauner Kandiszucker
2 Stangen Zimt
3-4 Gewürznelken
2 cl Pottrum (kleines Fläschchen)
1 Stück harter Lebkuchen (gibt’s zum Jahreswechsel im Nassauer Land zu kaufen)

Zubereitung:

Kandiszucker im Wasser mit den Gewürzen siedend auflösen.
Gewürze abseihen
Sud erkalten lassen
Mit dem Schnaps und dem Rum aufgießen
In einer Terrine mit Deckel aufbewahren

Lebkuchen in sehr kleine (und möglichst gleiche) Würfel schneiden (die hohe Kunst des Lebkuchenschneidens!!) und vor dem Genuss maßvoll in die Suppe geben.

Servieren und genießen:

Die Suppe wird an Silvester in der Terrine auf die Mitte des Tisches gestellt.
Auf den Tisch werden Wassergläser mit Suppenlöffel gestellt.
Die Wassergläser sind zu 2/3 mit Wasser und etwas Schnaps gefüllt.
Gemeinsam wird nun aus der Terrine gegessen bzw. gelöffelt.
Die Löffel werden jeweils wieder in die Gläser zurückgestellt.

Verhaltenskodex:

Nit des Maul iwwer die Schissel halle! –
– Beim Löffeln nicht den Mund über der Schüssel halten!

Nit suvill truddele ! – Nicht allzu viel verschütten!

Genuss von drei Löffeln, pro “Durchgang”, mit ein paar Würfeln, sind Pflicht!

Tipp:

Schmeckt vor, an und nach Silvester gleich gut!

ZZ # Redensarten

Bub beim Metzger:
Isch hätt geern fer en Makk
Schnibbel fer d` Hund,
aowwer Blouwtworscht kann mein Baba nit esse!-

-Ich hätte gerne für eine Mark Wurstenden
für unseren Hund, Blutwurst mag mein
Papa aber nicht!

Gastfreundlichkeit:
Besuch von Freunden
„Sitzt äijsch“ —— Setzt euch, nehmt Platz

Besuch von Fremden
„Sitze sej sisch doch“ —— Setzen Sie sich doch, nehmen Sie bitte Platz

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Du host noch wass bei mer im Salz leije – du hast noch etwas bei mir im Salz liegen (Hinweis auf ein begangenes Unrecht).

E `werrd sich nit die Worscht ve`platze – Er wird sich wohl nicht überarbeiten.

Voll wie en Worschthaut – voll wie eine Wursthülle. Redensart für überfüllte Räume.

Es is nit die Welt – es ist nicht von besonderem Wert.

Mer sen jo nit aus d` Welt. – Wir sind ja nicht weit weg.

Wer nit reich heiroat oder erbt, bleibt en oarmer Däijwel bisse`sterbt.
Wer nicht reich heiratet oder erbt, bleibt ein armer Teufel bis er stirbt.

Dunneraxschwerlaadnochemool. –
Fluch, der z. B. zum Einsatz kommt, wenn sich der Handwerker auf den Daumen gehauen hat. Angeblich aus dem Laufenseldener Plattdeutsch und heißt: Donner, Axt und schweres Leid noch ein mal o.s.ä.

E`hot sei Geriss. – Er hat Verehrerinnen.

Es wird sich weise. – Es wird sich zeigen (wer richtig lag)

Es leit koan Bauer im Kraut. – Es liegt kein Bauer im Kraut (Feldgemüse)
Soll heißen: Die Angelegenheit ist nicht besonders eilig.

Des leit mer uff! Das lehne ich ab!
Des deet mer uffleie! Das würde ich ablehnen!
Des hät mer uffgeleje! Das hätte ich abgelehnt!

Es gung in oam hie. – Es ging in einem hin. Soll heißen: mehrere Aufgaben zusammen erledigt.

Gieh nit bei dein Ferrscht, wenn d`nit gerouwfe werrscht!
Geh nicht zu deinem Fürsten, wenn du nicht gerufen wirst! Warnung vor der Macht der Obrigkeit.

Mer muß sich jo scheeme ver d` Läijt! – Man muß sich ja schämen vor den Leuten!
Peinlichkeit soll nicht öffentlich werden.

Do brengt koa Maus koa Boa me nenn! – Da bringt keine Maus kein Bein mehr rein!
(Ausspruch eines Holdesser Kleinbauern zu seiner, wegen reichlicher Ernte, übervollen Scheune. Berühmt gewordene Redensart, die zu allen möglichen Situationen passt, wenn etwas überfüllt ist).

Mischt Land un Läit ve`rickt. — Macht Land und Leute verrückt, verbreitet Panik.

Der hot sein Närr dro gefresse. – Der hat seinen Narren daran gefessen, vernarrt in eine nicht sinnvoll erscheinende Sache.

Der is nit su wire dut. – Er ist nicht so wie er tut (Blender, Betrüger)

Der is nit henne wie vorne. – – Er ist nicht hinten wie vorne (siehe oben).

Längelang hiegefalle. – – Längs zu Boden gestürzt.

Se`hon nix im Lämpsche. – – Sie haben nichts (kein Öl) in ihrer Lampe. Bedeutet: Geldsorgen.

Voom Fresser kann mer nix grejje. – Von einem verfressenen Menschen kann man nix kriegen, der gibt nicht gerne.

Bescheiß dich e`bissje.- – Sei nicht so kleinlich, umständlich, besserwisserisch, penibel.

Scheiß der nit ins Hemb.- – Sei nicht so ängstlich.

Vorne uf de Gaul geschafft.- – Sich sogleich ins rechte (positive) Licht rücken.

Wenn nit sugoar noch:
-länger
-kerzer
-winger
-mee

Wenn nicht sogar noch, es war eventuell:
-länger
-kürzer
-weniger
-mehr

Wenn der ve`ziehlt, da kemmte voom Hunnertsde ins Dausensde. – Wenn der erzählt, dann kommt er vom Hundertsten ins Tausendste. Bedeutet: sehr ausschweifende Erzählweise.Traf auf meinen, leider verstorbenen Petter Otto (Patenonkel) in besonderer Weise zu, wenn er von seinem Kriegseinsatz auf dem Balkan erzählte.

Wer siwwe seet, der liet. – Wer sieben sagt, der lügt. Angeblich übertreiben Lügner gerne mit der Zahl sieben.

“Prost” soare un fort woare de Kloare – “prost” sagte er, und weg war er, der Klare (Schnaps).

D`Gickel guckt ins Reeloch – der Hahn guckt ins Regenloch. Bedeutet: Der Wetterhahn auf dem Kirchturm schaut nach Westen.

Do is druff gepiffe – da ist drauf gepfiffen / das ist mir egal, darauf kann ich verzichten.

Da senn all Schbatze gefange – dann sind all Spatzen gefangen / ist die Sache erledigt, haben wir das “vom Hals”.

Hot noch Schlof em Gesischt – hat noch Schlaf im Gesicht – erst erwacht, noch verschlafener Gesichtsausdruck.

Es kinnt oam Engst weern – es könnte einem Angst werden, es ist zum Fürchten.

Es werrd vill geschwetzt, wenn d`Doach lang is – Gerüchte verbreiten sich über den lieben langen Tag.

Nit fer Geld un gouwre Wort – nicht für Geld und gute Worte (werde ich das machen/akzeptieren).

Brauchst nit vill, da ………… – Es könnte gut sein, dass ……………….

Wu d` mee iwwerleest, wu der mee enfällt – je mehr du überlegst, desto mehr fällt dir ein.

Er Läijt, er Läijt, kaaft Gasehäijt, es gibt en strenge Wender! – ihr Leute, ihr Leute, kauft Ziegenhäute, es wird ein strenger Winter!

Wie soart d` Aff, wire in die Saaf gebisse hat “Geschmacksach”.
Was sagte der Affe, nachdem er in die Seife gebissen hatte?: „Geschmacksache“.
(Redensart zu einer Sache, die nicht bei jedem Anklang findet)

Jetz kemmt`s zomm Bauchbeise. – Jetzt kommt die Sache zur Entscheidung, die
Wahrheit zu Tage, führt die Auseinandersetzung zum Streit.

ZZ # Vornamen

Vornamen wurden verniedlicht/verkindlicht und beginnen „S“:

S´Koarlinsche — Die Karoline
S´Elsje — Die Else
S´Lisbett — Die Elisabeth
S´Friedche — Die Elfriede
S`Linasche — Die Lina
S´Luwwissje — Die Luise
S´Marrische — Die Maria
S´Settsche — Die Lisette
S´Bettsche — Die Babette
S´Fritzje — Der Fritz
S´Koarlsche — Der Karl
S´Hänsje — Der Hans
S´Philippsche — Der Philpp

Ansonsten beginnen Männernamen „D“:

D´Koarl — Der Karl
D´Heinrisch — Der Heinrich
D´Fritz — Der Fritz
D´Lui — Der Ludwig
D´Philipp — Der Philipp

ZZ # Zahlen

Zahlen:

Oans – eins

Zwu – zwei

Drei – drei

Vejjer – vier

Fünnef – fünf

Sechs – sechs

Siwwe – sieben

Oacht – acht

Nej – neun

Zeh – zehn

Verrzeh – vierzehn

Siwwezeh – siezehn

Nejzeh – neunzehnh

Nejennejnsisch – neunundneunzig

Hunnert -Hundert

Nejhunnertnejennejnsisch – neunhundertneunundneunzig

Nejdausendnejhunnertnejennejnsisch – neuntausendneunhundertneunundneunzig

ZZ# Vater unser

Usser Baba im Himmel

dein Nome soll uss heilisch sei

dei Reisch soll komme

dein Wille soll geschehe

im Himmel, un aach uff d` Eer

usser Brut gebb uss jeden Doach

un ve`gebb uss usser Schold

aach mer wolle dene ve`gewwe, die in usserer Schold stehn

un mach, des mer nit voom rechte Weg abkomme

un mach, des mer voom Biese erlöst werrn

weil des Reisch dei iss

un die Kraft, un die Herrlischkeit

in Ewischkeit

Amen